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Grüne Extremisten

Von Ulf von Rauchhaupt
20.05.2022
, 20:03
Manches Gewächs ist beeindruckend robust gegen extreme Bedingugnen. Das könnte künftigen Züchtungen von Nutzpflanzen aus der Familie von Senf, Raps und Broccoli von Nutzen sein.
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Unlängst war an dieser Stelle von Pflanzen in vulkanischen Gefilden die Rede, die mit erstaunlichen Bodentemperaturen fertigwerden. Das ist freilich nichts gegen das, was manche Mikroben wegstecken. Rekordhalter sind zwei Archaea – Einzeller, die Bakterien ähneln, aber Lebewesen mit Zellkern näherstehen: Pyrolobus fumarii und Geogemma barossii erreichen ihre höchsten Zellteilungsraten bei 106 Grad – sie leben an heißen Quellen in der Tiefsee, wo Wasser bei solchen Temperaturen nicht verdampft. G. barossii machte 2003 als „Strain 121“ Schlagzeilen, als man beobachtete, dass sich seine Zellen selbst bei 121 Grad noch teilen – eine Temperatur, bei der man in Labors Instrumente sterilisiert.

Nun ist Hitze nicht das Einzige, was Organismen bisweilen zusetzt. Es kann ihnen auch zu kalt, zu trocken, zu salzig, zu sauer oder zu alkalisch sein, sie können zu viel ultraviolettem Licht oder Radioaktivität ausgesetzt sein, zu viel Schwermetallen oder zu wenig Phosphor. Unter den Einzellern gibt es viele sogenannten Extremophile, denen auch extreme Werte eines oder sogar mehrerer dieser Parameter nichts ausmachen. In engeren Grenzen gibt es sie aber auch bei den Pflanzen.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Rauchhaupt, Ulf von (UvR)
Ulf von Rauchhaupt
Redakteur im Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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