Fremdes Leben

Alien-Technologie

EIN KOMMENTAR Von Sibylle Anderl
01.04.2021
, 11:07
Auf der Suche nach Spuren von Leben: Der Nasa-Rover Perseverance und der Helikopter Ingenuity auf dem Mars als Simulation
Während wir auf dem Mars nach Spuren von Mikroben suchen, würde uns doch auch die Frage nach der Existenz intelligenter Aliens interessieren. Ein Nasa-Workshop hat nun Ideen für Suchstrategien geliefert.
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Wenn man mitunter das Gefühl nicht loswird, dass wir politisch derzeit in vorösterlicher Resignation gefangen sind, bleibt doch zu sagen: Immerhin auf dem Mars geht es voran. Perseverance ist derzeit damit beschäftigt, den kleinen Helikopter Ingenuity so auf der Marsoberfläche zu platzieren, dass optimale Bedingungen für dessen Jungfernflug herrschen. Frühestens am 8. April könnte dann der erste kontrollierte Flug im Luftraum eines fremden Planeten stattfinden. Insgesamt wird das kleine Fluggerät 30 Marstage Zeit haben, diesen und weitere Flugversuche unter einprozentigem Erdluftdruck zu starten. Wenn das geschafft ist, kann sich Perseverance ganz auf seine Suche nach Spuren von Marsleben konzentrieren.

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Dass solches Leben, sollte es je existiert haben, wiederum Spuren von Intelligenz aufweisen könnte, scheint nach heutigem Wissensstand jedoch recht unwahrscheinlich, auch wenn uns ein solcher Fund natürlich am nachhaltigsten begeistern würde – dafür aber müsste man sich schon außerhalb unseres Sonnensystems umschauen. Der Versuch, per interstellarer Botschaft Kontakt zu Aliens aufzunehmen, ist allerdings seit vielen Jahren von anhaltendem Misserfolg gekennzeichnet. Sollte es fremde Intelligenzen geben, scheinen sie zumindest nicht sonderlich kommunikativ zu sein.

Aber es gibt ja noch andere Wege: 2018 hat die amerikanische Raumfahrtagentur Nasa neues Interesse an der Suche nach Anzeichen von Alien-Industrie oder -Technologie signalisiert und einen Workshop organisiert, um dieses Ziel zu diskutieren. Im vergangenen Jahr fand die zweite Tagung dieser Reihe statt, dessen Ergebnisse nun in „Acta Astronautica“ publiziert wurden. Dort wird eine Reihe aussichtsreicher Objekte für die Suche vorgestellt, von industriell verpesteten Planetenatmosphären bis zu extraterrestrischen und ins Sonnensystem gesandten Proben, zusammen mit möglichen Arten ihrer Beobachtung.

Die Idee: möglichst effizient Daten nutzen, die auch für die astrophysikalische Forschung nützlich sind. Es sei derzeit eine perfekte Gelegenheit, nach sogenannten Technosignaturen zu suchen, da ohnehin viele geeignete Beobachtungsprogramme entwickelt würden. Vielleicht wäre es im Erfolgsfall ja dann auch gleich Motivation, sich für den Erhalt der eigenen Zivilisation etwas mehr ins Zeug zu legen.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenbild/ Sybille Anderl
Sibylle Anderl
Redakteurin im Feuilleton.
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