Raketenabsturz

Raketentrümmer treffen nicht Deutschland

05.05.2021
, 14:59
Die Trümmer dieser chinesischen Trägerrakete, die in der vergangenen Woche gestartet war, werden in Kürze auf die Erde stürzen.
In den kommenden Tagen wird die Unterstufe einer chinesischen Trägerrakete vom Typ „Langer Marsch“ unkontrolliert in die Erdatmosphäre eintreten. Die Trümmer werden aber wohl nicht über Deutschland niedergehen.

Die Trümmerteile der chinesischen Trägerrakete, die das erste Modul von Chinas neuer Raumstation ins All gebracht hatte, werden offenbar nicht auf Deutschland niedergehen. Die Risikozone umfasse jeden Teil der Erdoberfläche zwischen dem 41. Grad nördlicher und dem 41. Grad südlicher Breite, teilte das Büro für Raumfahrtrückstände der Europäischen Raumfahrtagentur ESA mit Sitz in Darmstadt mit.

Deutschland liegt etwa zwischen dem 47. und 55. Breitengrad im Norden. In Europa schließt das Risikogebiet unter anderem Teile Spaniens, Italiens oder Griechenlands ein. Winde oder andere Kräfte seien nicht in der Lage, den angegebenen Breitengrad-Bereich fundamental zu verändern, hieß es. Die ESA rechnet mit einem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre am 9. Mai um 19.23 Uhr deutscher Zeit. Allerdings kann der Zeitpunkt um einige Stunden variieren.

Es sei aktuell praktisch unmöglich, Vorhersagen darüber zu treffen, welche Teile in der Atmosphäre verglühen werden und welche nicht. Materialien mit hohen Schmelztemperaturen wie etwa Motor- oder Tankkonstruktionen stellten ein besonderes Risiko dar. Im Allgemeinen verglühten die meisten Objekte während des Wiedereintritts vollständig in der Atmosphäre, so die Experten der ESA. Eine detailliertere Risikobewertung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.

Da ein Großteil der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt ist und weite Teile der Erde außerdem unbewohnt sind, sei das Risiko, dass Trümmerteile über dicht besiedelte Gebiete niedergingen, äußerst gering.

Die Trägerrakete hatte am Donnerstag der vergangenen Woche das 22 Tonnen schwere Kernmodul „Tianhe“ (Himmlische Harmonie) der künftigen chinesischen Raumstation in die Erdumlaufbahn gebracht. Die Rakete vom Typ „Langer Marsch 5B“ ist Experten zufolge so gebaut, dass sie mehrere Tage im Orbit kreisen kann, bis sie durch die Anziehungskraft an einem willkürlichen Ort in die Atmosphäre der Erde eintritt.

Quelle: mli./dpa
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot