FAZ plus ArtikelErstes Bild veröffentlicht

Endlich ein Bild des eigenen Schwarzen Lochs in der Milchstraße

Von Sibylle Anderl
12.05.2022
, 15:35
ies ist das erste Bild von Sagittarius A*, dem Schwarzen Loch im Zentrum unser Galaxie
Astronomen veröffentlichten 2019 das erste Bild eines Schwarzen Lochs. Jetzt haben sie nachgelegt und das geliefert, was damals von vielen vermisst wurde.
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Ein dunkler Schatten auf heißem Gas – so sieht also Sagittarius A*, das gewaltige Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie aus. Das Bild, das Astronomen des Event Horizon Telescope am Donnerstagnachmittag veröffentlichten, ähnelt damit stark dem ersten Bild eines Schwarzen Lochs, das die Wissenschaftler 2019 veröffentlicht hatten, und auf dem das Schwarze Loch im Zentrum der elliptischen Galaxie M87 zu sehen gewesen war. „Im Grunde sollten alle Schwarzen Löcher mehr oder weniger ähnlich aussehen. Das Einzige, was sie wirklich unterscheidet, ist ihre Masse“, erklärt Heino Falcke, einer der zentralen Wissenschaftler hinter dem Bild. Die Masse von Sagittarius A*, kurz Sgr A*, ist mehr als tausendmal kleiner als die von M87*. Dafür ist aber auch die Distanz zwischen uns und dem Zentrum der Milchstraße rund 2000 Mal geringer, so dass beide Schwarzen Löcher letztendlich etwa gleich groß erscheinen – ungefähr so groß wie ein Tennisball auf dem Mond.

Sagittarius A* war von Anfang an das eigentliche Ziel gewesen. Schon als vor gut zwanzig Jahren zum ersten Mal die Idee entstanden war, dass man Schwarze Löcher „fotografieren” könnte, war es dieses Objekt im Sternbild des Schützen, das dafür primär diskutiert wurde. Die Idee selbst erschien damals einigermaßen verrückt – schließlich zeichnen sich Schwarze Löcher ja gerade dadurch aus, dass sie alles, auch Licht, unwiederbringlich schlucken. Keine gute Voraussetzung für ein Beobachtungsvorhaben. Die Astronomen aber glaubten an die Idee, entwickelten die entsprechende, sehr komplexe Technologie, mithilfe derer Teleskope auf der ganzen Welt virtuell zu einem einzigen erdgroßen Teleskop kombiniert werden, und erarbeiteten die für das Vorhaben nötigen theoretischen Hintergründe. Ein Hindernis nach dem anderen räumten sie aus dem Weg.

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Quelle: faz.net
Autorenbild/ Sybille Anderl
Sibylle Anderl
Redakteurin im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.
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