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Voyager 2

Ein letztes Lebewohl

EIN KOMMENTAR Von Sibylle Anderl
 - 14:53
Voyager 2 hat im vergangenen Jahr, 41 Jahre nach ihrem Start, das Sonnensystem verlassen.

Wie man Abschiede am besten gestaltet, so dass die psychische Verfassung aller Beteiligten möglichst wenig Schaden nimmt, darüber ist einige Ratgeberliteratur erschienen. Auch wenn die konkreten Anweisungen im Detail stark variieren, scheint doch eines klar zu sein: Man sollte sich kurz fassen. Vielfach wiederholte Abschiedsumarmungen helfen niemandem weiter.

Dass da tatsächlich etwas dran ist, hat uns vor einigen Jahren die Voyager-1-Raumsonde demonstriert, deren Abschied aus dem Sonnensystem so oft verkündet und dann doch wieder zurückgenommen wurde, dass beim endgültigen Lebewohl 2013 in einigen Medien ein „jetzt aber wirklich“ hinzugesetzt wurde. Der Grund für die damalige Trennungsproblematik: Das Plasma-Messgerät der Sonde, das den Übergang vom heißen Plasma des Sonnensystems in das kältere und dichtere interstellare Medium unstrittig hätte anzeigen können, war kaputtgegangen. Verschiedene andere Anhaltspunkte hatten daraufhin mehrfach zu verfrühten Abschiedsmeldungen geführt, bevor die Wissenschaftler sich schließlich auf den 25. August 2012 einigen konnten.

Die Schwestersonde Voyager 2, die am 20. August 1977 vor Voyager 1 gestartet, aber dann von dieser überholt worden war, demonstrierte dann, wie es psychologisch sauberer funktioniert – der Abschied verlief kurz und präzise: Am 5. November vergangenen Jahres zeigte das in diesem Fall funktionierende Plasmainstrument die entscheidende Dichteänderung an. Die Messungen der übrigen physikalischen Umgebungsvariablen während dieses Übergangs werden nun in einer Serie von Artikeln in „Nature Astronomy“ ausgewertet, um besser zu verstehen, wie die Grenzen unseres Sonnensystems beschaffen sind. Das können wir jetzt in Ruhe emotional verarbeiten. Und uns damit abfinden, dass die Zeit der Sonden-Lebewohls nun erst einmal vorbei ist.

Quelle: F.A.Z.
Autorenbild/ Sybille Anderl
Sibylle Anderl
Redakteurin im Feuilleton.
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