FAZ plus ArtikelCorona-Quarantäne

Stresstest für die Psyche

Von Felicitas Witte
08.04.2020
, 21:50
Die derzeitige Situation kann nicht nur Einsamkeit hervorrufen, sondern auch Depressionen verstärken.
Die behördlich angeordnete Isolierung schützt zwar viele Menschen vor tödlichen Krankheiten. Doch sie kann auch schwere seelische Leiden zur Folge haben, mit monatelangen Nachwirkungen. Was kann man dagegen unternehmen?

Wie es wohl Angela Merkel gerade geht, also psychisch? Schlägt einem das nicht aufs Gemüt, wenn man gewöhnt ist, ständig durch die Gegend zu reisen und jetzt zu Hause bleiben muss? In ihrer Ansprache kurz vor der selbstgewählten Quarantäne hatte die Bundeskanzlerin den Bürgern klargemacht: Unsere Freiheit wird deutlich mehr eingeschränkt, aber zum Glück dürfen wir noch alleine oder zu zweit spazieren oder joggen gehen. „Ich war sehr erleichtert, als ich das gehört habe“, sagt Klaus Lieb, Chef-Psychiater an der Uniklinik in Mainz. „Die psychischen Folgen einer kompletten Ausgangssperre könnten verheerend sein.“

Keine Frage: Eine Quarantäne ist im Einzelfall wichtig, um die Ausbreitung der Infektion zu stoppen. „Aber wenn kein Mensch mehr ohne triftigen Grund vor die Tür darf wie das in Italien der Fall ist, kann sich das enorm auf die Psyche niederschlagen“, sagt Lieb. Wissenschaftler vom Kings College in London haben kürzlich 24 Studien ausgewertet, in denen die psychologischen Auswirkungen einer Quarantäne untersucht wurden.

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