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Anzeigensonderveröffentlichung
Mittelstandsbefragung

Herausforderndes Umfeld für Finanzentscheider

10.08.2021
, 14:23
Studienergebnisse: Negativzinsen sind die größte Herausforderung. Staatliche Förderung bleibt auch zukünftig wichtig. Nachhaltige Finanzierung liegt im Trend.

Im zweiten Jahr der Pandemie setzt sich der deutsche Mittelstand verstärkt mit einem Thema auseinander, das noch aus der Vor-Corona-Zeit stammt: den Negativzinsen auf Bankeinlagen. Diese Herausforderung ist für die Mehrheit (56 Prozent) der Unternehmen derzeit größer als die Sicherung der Liquidität (40 Prozent), die Finanzierung von Investitionen (25 Prozent) oder die Bonitätssicherung (20 Prozent). So lautet ein Ergebnis einer aktuellen Befragung von F.A.Z. Business Media | research und der DZ BANK unter Finanzentscheidern mittelständischer Unternehmen.

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Welche der folgenden Finanzthemen stellen für Ihr Unternehmen derzeit eine große Herausforderung dar?


Angaben in Prozent, n = 117, Mehrfachnennungen möglich
Datenquelle: F.A.Z. Business Media | research und DZ BANK

Daraus lässt sich eine gewisse Spaltung des Mittelstandes ableiten, je nachdem, wie stark die eigene Branche von der Corona-Pandemie betroffen ist. Die Mehrheit der Unternehmen hat derzeit Schwierigkeiten, ihre liquiden Mittel verlustfrei oder gar gewinnbringend anzulegen. Gleichzeitig nennen viele Unternehmen die Liquiditätssicherung als große Herausforderung.

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Einige Unternehmen haben durchaus Schwierigkeiten, Investitionen zu finanzieren, Außenstände einzubringen oder ihre Kreditwürdigkeit zu sichern. Die Mehrheit betrifft das aber nicht. Auch Themen wie die Transformations- oder Exportfinanzierung spielen derzeit nur eine Nebenrolle ­– entweder weil Unternehmer seltener transformieren und exportieren wollen oder weil es hier weniger Finanzierungsprobleme gibt.

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Nach eigenen Angaben zahlt zurzeit eine große Mehrheit von 68 Prozent der Unternehmen Negativzinsen bzw. Verwahrentgelte auf Einlagen. Wer diese Kosten vermeiden will, nutzt laut der Befragung vor allem Devisenkonten (24 Prozent), Geldmarktfonds (19 Prozent) oder Anleihen (7 Prozent).

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Staatsprogramme für jedes dritte Unternehmen wichtig

Und auf der anderen Seite: Um Engpässe in der Unternehmensfinanzierung zu überwinden oder die Kosten dafür zu reduzieren, will jedes dritte befragte Unternehmen bis 2023 verstärkt staatliche Fördermittel abrufen. Etwa ebenso viele Unternehmen stimmen folgerichtig der These zu, dass staatliche Unterstützung über die Corona-Krise hinaus eine wichtige Rolle in der Unternehmensfinanzierung spielen wird.

Welche der nachfolgenden Instrumente werden Sie bis 2023 verstärkt nutzen, um die Herausforderungen in der Unternehmensfinanzierung zu meistern?


Angaben in Prozent, n = 111, Mehrfachnennungen möglich
Datenquelle: F.A.Z. Business Media | research und DZ BANK

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Factoring und Leasing sind jeweils für 18 Prozent der Befragten wichtige Werkzeuge, um die Finanzierung des eigenen Unternehmens bis 2023 zu optimieren.

Trend zu nachhaltiger Finanzierung

Jedes vierte Unternehmen will bis 2023 verstärkt nachhaltige Instrumente zur Finanzierung einsetzen. Nachhaltigkeit wird für Unternehmen immer wichtiger. Dafür sorgt auch die fortschreitende europäische Regulierung, zum Beispiel die „delegierte Verordnung zur EU-Klimataxonomie“, die die europäische Kommission im April 2021 vorgestellt hat. Sie zielt darauf ab, Investitionen in nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten zu fördern. Zu diesem Zweck wird klargestellt, welche Wirtschaftstätigkeiten zur Erreichung der EU-Umweltziele beitragen.

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Zwar erwartet ein Viertel der befragten Unternehmen durch die EU-Taxonomie höhere Finanzierungskosten. 21 Prozent sehen aber auch den Vorteil, Nachhaltigkeitsprojekte künftig leichter und günstiger finanzieren zu können. Insgesamt erwarten 79 Prozent der Befragten, dass in den kommenden drei Jahren nachhaltige Finanzierungsinstrumente für den Mittelstand wichtiger werden.

Was denken Sie, wie wird sich der Stellenwert von nachhaltigen Finanzierungsinstrumenten für Unternehmen im Mittelstand in den kommenden drei Jahren entwickeln?

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Angaben in Prozent, n = 108
Datenquelle: F.A.Z. Business Media | research und DZ BANK

Für die Finanzfunktionen der Unternehmen gibt es aber ein Thema, das noch mehr Anstrengungen und Veränderungswillen erfordern wird als Nachhaltigkeit: die Digitalisierung. So sagen 64 Prozent der Befragten, dass digitale Techniken und Geschäftsmodelle ihre Finanzabteilungen in den kommenden drei Jahren am stärksten verändern werden. Eine Neuerung könnte sogar im Bereich der Währungen kommen: 26 Prozent der Befragten rechnen in den kommenden fünf Jahren mit dem digitalen Euro.

Jedes fünfte Unternehmen plant Veräußerungen

Mit Beginn der Corona-Pandemie 2020 war der Markt für Unternehmensverkäufe eingebrochen, erholte sich im Laufe des Jahres aber deutlich. Dieser Aufwärtstrend spiegelt sich auch in der Befragung wider: 21 Prozent der Unternehmen wurden nach eigenen Angaben in den vergangenen zwölf Monaten von einem strategischen Investor bezüglich eines Unternehmensverkaufs angesprochen. Weitere 18 Prozent erhielten Anfragen von Beteiligungsgesellschaften und 6 Prozent von anderen Kaufinteressenten.

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Das Kaufinteresse ist also groß. Doch wie viele mittelständische Unternehmer sind tatsächlich bereit, ihre Unternehmen oder Teile ihrer Unternehmen zu veräußern? Nicht wenige. Laut Befragung planen immerhin 19 Prozent der Mittelständler, also knapp jedes fünfte Unternehmen, in den kommenden zwölf Monaten Unternehmensbereiche zu veräußern. Darüber hinaus stimmen 32 Prozent der Befragten der These zu, dass M&A für das eigene Unternehmen in den kommenden drei Jahren strategisch an Bedeutung gewinnen wird.

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Befragungsmethode

Für die Befragung „Aktuelle Herausforderungen für Finanzentscheider im Mittelstand“ wurden im Mai und Juni 2021 insgesamt 130 Geschäftsführer, Vorstandsvorsitzende, Finanzvorstände sowie Leiter des Treasurys befragt. Zu den online befragten Unternehmen gehört die gesamte Bandbreite des deutschen Mittelstands einschließlich Industrie, Handel und Dienstleistungen. 36 Prozent der befragten Unternehmen haben einen Jahresumsatz von 500 Millionen Euro und mehr.

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V.i.S.d.P.: Martin Roth, DZ BANK, Platz der Republik, 60325 Frankfurt am Main
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