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Abtreibung in den USA: Mehr Sachlichkeit bitte!

Von Christian Funck
01.07.2022
, 20:25
Unterstützer und Gegner von liberalen Abtreibungsregelungen beharren auf ihrem Standpunkt.
Die jüngste Entscheidung des amerikanischen Supreme Courts zur Abtreibung sorgt für viel Empörung – auch auf F.A.Z. Einspruch. Unser Gastautor Christian Funck widerspricht. Er meint: Die Aufhebung von Roe v. Wade war überfällig.
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Es war vor allen Dingen Entsetzen, mit dem deutsche Medien auf das Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA (Supreme Court) in dem Fall Dobbs v. Jackson Women's Health Organization reagierten. Wenn sich auch bislang kein Konsens darüber herausgebildet hat, in welche Zeiten die USA nun zurückgefallen seien – zu den Favoriten zählen die Steinzeit, das Mittelalter und die (19?)50er-Jahre –, so bestand bei kommentierenden Beobachtern doch weitgehend Einigkeit darüber, dass den Vereinigten Staaten durch die Aufhebung von Roe ein Rückschritt in finsterste Vergangenheiten drohe. Dabei wäre Sachlichkeit statt Empörung hilfreich: Was beinhaltet Roe v. Wade eigentlich? Um was ging es in dem aktuellen Verfahren Dobbs v. Jackson Women’s Health Organization? Und wie ist die Entscheidung des Supreme Courts juristisch einzuordnen?

In Roe v. Wade ging es 1973 um die Verfassungsmäßigkeit eines texanischen Abtreibungsverbots. Dieses sah nur zur Rettung des Lebens der Mutter eine Ausnahme vor. Für weitere Fälle, wie beispielsweise den Fall einer Vergewaltigung, waren keine Ausnahmen vorgesehen. Ähnliche Gesetze gab es damals in 30 der 50 US-Bundesstaaten.

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Quelle: F.A.Z. Einspruch
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