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Das Geschlecht sollte mehr als Selbstdefinition sein

Von Judith Froese
20.05.2022
, 19:02
Regenbogenfahnen im Wind.
Die Bundesregierung möchte das Transsexuellengesetz durch ein Selbstbestimmungsgesetz ersetzen. Individuelle Wünsche sollten für den rechtlichen Umgang mit dem Geschlecht nicht der alleinige Maßstab sein. Ein Gastbeitrag.
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Lässt sich der personenstandsrechtliche Geschlechtseintrag künftig auf simple Art und Weise ändern? Geht es nach dem Willen der Bundesregierung, dann soll dies durch bloße Erklärung gegenüber dem Standesamt möglich sein. Einer Begründung soll es nicht bedürfen, die bloße Selbstauskunft vielmehr genügen. Dazu sieht der Koalitionsvertrag der Ampelparteien die Abschaffung des Transsexuellengesetzes und seine Ersetzung durch ein Selbstbestimmungsgesetz vor.

Das Transsexuellengesetz, das der Gesetzgeber im Jahr 1980 in Reaktion auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erlassen hat, sieht sich vielfacher Kritik ausgesetzt. Dies gilt insbesondere für das dort geregelte Begutachtungsverfahren. Für eine Änderung des Vornamens (sogenannte kleine Lösung) und eine Änderung des Geschlechtseintrags (sogenannte große Lösung) bedarf es einer Begutachtung durch zwei Sachverständige, die auch zur voraussichtlichen Dauerhaftigkeit des Zugehörigkeitsempfindens Stellung zu nehmen haben. Betroffene sehen diese Begutachtung als entwürdigend an.

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Quelle: F.A.Z. Einspruch
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